Alles stehende verdampft

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
Verlag: Ullstein Hardcover (11. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3550080840
ISBN-13: 978-3550080845

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April 1986, ein kalter Frühlingsmorgen in Weißrussland. Der dreizehnjährige Artjom darf zum ersten Mal mit den Männern des Dorfes auf die Jagd gehen. Im Lichte eines spektakulären Sonnenaufgangs durchstreifen sie die Felder, die Luft erfüllt von einer eigentümlichen Atmosphäre, und plötzlich macht Artjom eine verstörende Entdeckung: Das Vieh auf den Weiden blutet aus den Ohren, und kurz darauf fallen die Vögel tot vom Himmel. Im benachbarten Tschernobyl ist das Undenkbare passiert. Die Katastrophe von Tschernobyl teilt das Leben in ein Davor und ein Danach ein: Der Bauernsohn aus Weißrussland, der Moskauer Chirurg vor den Trümmern seiner Ehe, seine Exfrau, die Dissidentin, und ihr Neffe, das Klavierwunderkind, sie alle werden durch den Super-GAU unwiderruflich verändert, und ihre Lebenslinien werden zusammengeführt. Darragh McKeon zeichnet das Psychogramm einer hochtechnisierten Gesellschaft im Angesicht einer selbstverursachten Katastrophe. In eindringlichen Bildern und mit großem Einfühlungsvermögen für seine Figuren zeigt der Autor, wie eine solche Ausnahmesituation Menschen zu Fall bringen und Staatsapparate zerstören kann.

Alles stehende verdampft kann sofort überzeugen. Hier wird man in die damalige Zeit der Sowjetunion und Tschernobyl, direkt nach der Kernschmelze entführt. Man bekommt die ganze Hilflosigkeit der Menschen hautnah mit. Die Geschichte zieht einen in den Bann, da der Autor die Verhaltens-und Sichtweisen einer Diktatur bildhaft darstellt. Ein wirklich guter Roman, den ich gerne mit voller Punktzahl empfehle